Achillodynie
Schmerzen an der Achillessehne
Achillessehnenbeschwerden behandeln wir in unserer Praxis in Schaan je nach Ursache und Stadium konservativ oder operativ. Entscheidend sind die Unterscheidung zwischen Überlastung, Tendinopathie, Ansatzproblemen und strukturellen Sehnenschäden sowie eine an die Belastung angepasste Therapie. Mehr zu unserem Schwerpunkt finden Sie unter Fuss- und Sprunggelenkchirurgie.
Was ist Achillodynie?
Achillodynie ist ein Sammelbegriff für belastungsabhängige Schmerzen der Achillessehne. Häufig liegt eine Tendinopathie vor – entweder im mittleren Sehnenabschnitt, typischerweise etwa 2–6 cm oberhalb des Fersenbeins, oder direkt am Sehnenansatz. Dabei handelt es sich nicht primär um eine klassische Entzündung, sondern um eine belastungsabhängige Veränderung der Sehnenstruktur und -funktion.
Typisch bei:
- Lauf- und Sprungsportarten
- Fußfehlstellungen (z. B. Knick-Senkfuß)
- Sportlicher oder beruflicher Dauerbelastung
Beschwerden können ohne angepasste Belastungssteuerung und Rehabilitation chronisch persistieren. Ein akuter Sehnenriss ist davon abzugrenzen und entsteht nicht zwangsläufig aus einer Tendinopathie.
Ursachen
- Überlastung durch Sport
- Plötzlicher Trainingsanstieg
- Fußfehlstellungen
- Falsches oder neues Schuhwerk
- Verkürzte Wadenmuskulatur
- Vorverletzungen oder OPs
- Alter oder rheumatische Erkrankungen
Symptome
- Schmerzen beim Gehen, Laufen oder morgens
- Druckschmerz an der Sehne
- Anlaufschmerz nach Ruhephasen
- Verdickung / Knotenbildung bei chronischem Verlauf
- Eingeschränkte Beweglichkeit
Diagnose
- Ärztliche Untersuchung
- MRT (bei Verdacht auf Riss)
- Ganganalyse bei Fehlstellungen
Behandlung
Konservative Therapie
Belastung steuern
- Belastungsanpassung statt pauschaler Sportpause; bei Bedarf vorübergehend Fersenkeil
Physiotherapie & Übungen
- Progressives Sehnen- und Wadentraining mit an die Beschwerden angepasster Belastungssteigerung; Dehnung nur bei entsprechender Verkürzung oder Bewegungseinschränkung
- Stoßwellentherapie (ESWT)
- Bandagen & Tapes
Einlagen & Schuhe
- Dämpfung, Fersenpolster, bei Bedarf orthopädische Einlagen
Medikamente
- Entzündungshemmer (NSAR), kühlende Salben
Operative Therapie (selten)
Nur bei:
- Langandauernden Beschwerden trotz intensiver Therapie (>6 Monate)
- Teilrissen, starker Degeneration
- Verkalkungen oder knöchernen Anbauten
OP-Verfahren:
- Entfernung geschädigter Sehnenanteile
- Naht oder Rekonstruktion
- ggf. Sehnentransfer (häufig wird die lange Beugesehne der Grosszehe genutzt)
Nach OP:
- Spezialschuh/Orthese + Physiotherapie
- Heilungsdauer: 3–6 Monate
Heilungsverlauf & Prognose
- Besserung oft über mehrere Wochen bis Monate
- Gute Prognose bei früher Behandlung
- Persistierende Beschwerden sind möglich; ein akuter Sehnenriss ist als eigenständiges Ereignis zu beurteilen und keine zwangsläufige Folge einer Tendinopathie
Vorbeugung
- Langsamer Trainingsaufbau
- Dehnen & Kräftigen der Wadenmuskulatur
- Passendes Schuhwerk
- Fußfehlstellungen korrigieren
- Regeneration nach Belastung
Häufige Fragen
Kann ich weiter trainieren?
- Nur gelenkschonend (z. B. Radfahren, Schwimmen)
Wie lange dauert die Heilung?
- Mehrere Wochen bis Monate – je nach Schweregrad
Welche Übungen helfen bei Achillodynie?
- Am besten untersucht ist ein progressives Belastungsprogramm der Wadenmuskulatur und Achillessehne. Exzentrische Übungen sind eine mögliche Form, aber nicht die einzige wirksame Trainingsstrategie.
Woran erkenne ich einen Sehnenriss?
- Plötzlicher Schmerz, "Schnappen", Kraftverlust → Sofort zum Arzt!