Sprunggelenksverstauchung Distorsion
Was ist das?
Beim Umknicken des Sprunggelenks kommt es häufig zu einer Überdehnung oder einem Riss der Außenbänder. Das ist eine der häufigsten Sport- und Alltagsverletzungen.
Typische Symptome
- Plötzlicher Schmerz am Außenknöchel
- Schwellung, evtl. Bluterguss
- Bewegungseinschränkung
- Gefühl von Instabilität
Ursachen
- Sport (z. B. Fußball, Tennis, Skifahren)
- Unebener Untergrund
- Hohes Schuhwerk / Absätze
- Schwache Muskulatur oder frühere Verletzungen
Schweregrade
Grad I: Überdehnung (leichte Schmerzen, keine Instabilität)
Grad II: Teilriss (deutliche Schwellung, eingeschränkte Belastbarkeit)
Grad III: Kompletter Riss (starke Schmerzen, Instabilität)
Diagnose
- Ärztliche Untersuchung
- Röntgen zum Ausschluss eines Bruchs
- MRT bei unklaren oder schweren Fällen
Behandlung
meist konservativ
1. Akutmaßnahmen – PECH-Regel:
Pause – Eis – Compression – Hochlagern
2. Stabilisierung:
je nach Schweregrad kurzfristige Ruhigstellung im Walker mit Stockentlastung und anschliessend Sprungelenksbandage für insgesamt 6 Wochen
3. Physiotherapie:
Frühzeitige Mobilisierung, Muskelaufbau, Koordination
4. Medikamente:
Schmerzmittel, abschwellende Salben
Operation – nur in Ausnahmefällen:
- Komplette Risse mit starker Instabilität
- Leistungssportler
- Versagen der konservativen Therapie
Heilungsverlauf
- Leichte Verletzungen: 1–2 Wochen
- Mittelschwer: 3–6 Wochen
- Schwere Risse: bis zu 10 Wochen
- Sportpause: meist 6–12 Wochen
Vorbeugung
- Aufwärmen vor dem Sport
- Stabiles Schuhwerk
- Balance- & Krafttraining
- Bandagen/Tapes bei Instabilität
Häufige Fragen
Wann darf ich wieder auftreten?
Je nach Schweregrad – oft nach wenigen Tagen mit Bandage.
Muss ein Bänderriss operiert werden?
Nur selten – meist ist eine konservative Behandlung erfolgreich.
Was passiert ohne Therapie?
Es drohen chronische Instabilität, erneutes Umknicken und Gelenkverschleiß (Arthrose).