Fersensporn
Plantarfasziitis

Schmerzen unter der Ferse gehören zu den häufigsten Beschwerden am Fuss. Eine häufige Ursache ist die Plantarfasziitis – eine belastungsabhängige Reizung und strukturelle Veränderung der Plantarfaszie an ihrem Ansatz am Fersenbein. In unserer Praxis in Schaan, Liechtenstein, erfolgt die Behandlung abhängig von Ursache, Dauer und Ausprägung stufenweise und individuell.

Was ist eine Plantarfasziitis?

Die Plantarfaszie ist eine kräftige bindegewebige Struktur an der Fusssohle. Sie entspringt überwiegend an der Innenseite des Fersenbeins und zieht fächerförmig nach vorne zu den Zehen. Gemeinsam mit Muskeln und Sehnen stabilisiert sie das Fusslängsgewölbe und wird bei jedem Schritt über den sogenannten Windlass-Mechanismus gespannt.

Bei wiederholter mechanischer Überlastung kann es besonders am Ansatz am Fersenbein zu Mikroverletzungen und einer gestörten Anpassung des Gewebes kommen. Bei länger bestehenden Beschwerden handelt es sich daher häufig weniger um eine reine Entzündung als um eine degenerative Veränderung der Faszie mit gestörter Kollagenstruktur und verminderter Belastbarkeit. Verkürzte Wadenmuskulatur, eingeschränkte Sprunggelenksbeweglichkeit, Fussfehlstellungen, Übergewicht oder eine plötzliche Steigerung der Geh- und Sportbelastung können diese Überlastung begünstigen.

Der im Röntgenbild häufig sichtbare plantare Fersensporn entsteht als knöcherne Reaktion im Ansatzbereich. Er kann Ausdruck einer länger bestehenden Zugbelastung sein, ist aber nicht automatisch die Ursache der Schmerzen und findet sich auch bei beschwerdefreien Menschen. Entscheidend für die Behandlung ist deshalb nicht der Sporn allein, sondern die zugrunde liegende Belastungssituation der Plantarfaszie.

Typische Beschwerden

Ursachen und Risikofaktoren

Diagnostik

Meist lässt sich die Diagnose bereits durch Anamnese und klinische Untersuchung stellen. Entscheidend ist, andere Ursachen des Fersenschmerzes auszuschliessen. Je nach Befund können Ultraschall, Röntgen oder MRT sinnvoll sein. Bei auffälliger Fussmechanik kann zusätzlich eine funktionelle Beurteilung bzw. Fussdruckmessung hilfreich sein.

Behandlung

Stufe 1 – Ursache behandeln und Belastung steuern

Stufe 2 – Fokussierte Stosswellentherapie (ESWT)

Bei anhaltender Plantarfasziitis kann die fokussierte extrakorporale Stosswellentherapie eine sinnvolle nichtoperative Therapieoption sein. Mechanische Impulse werden gezielt auf den schmerzhaften Ansatz der Plantarfaszie übertragen. Besonders bei chronischen Beschwerden wird ESWT als Ergänzung zu Belastungssteuerung, Übungen und gegebenenfalls Einlagen eingesetzt. Die aktuelle Literatur zeigt eine mögliche Schmerzreduktion insbesondere im mittel- und längerfristigen Verlauf; die individuelle Indikation bleibt entscheidend.

Stufe 3 – ACP / autologes plättchenreiches Plasma

Bei ausgewählten chronischen Verläufen kann eine Behandlung mit körpereigenem plättchenreichem Plasma (ACP/PRP) erwogen werden. Dabei wird Blut entnommen, aufbereitet und das gewonnene Plasma in die betroffene Region eingebracht. Ziel ist es, körpereigene regenerative Prozesse zu unterstützen. Die wissenschaftliche Datenlage ist vielversprechend, aber weniger einheitlich als bei etablierten Basismaßnahmen; deshalb setzen wir ACP nicht pauschal, sondern nach individueller Befund- und Verlaufsbeurteilung ein.

Stufe 4 – Operation nur bei therapieresistentem Verlauf

Die überwiegende Mehrzahl der Patienten kann ohne Operation behandelt werden. Ein operatives Vorgehen kommt erst bei langanhaltenden, therapieresistenten Beschwerden und nach erneuter Überprüfung der Diagnose und möglicher mechanischer Ursachen in Betracht.

Häufige Fragen

Ist ein Fersensporn die Ursache meiner Schmerzen?
Nicht zwingend. Ein knöcherner Fersensporn kann auch bei beschwerdefreien Menschen vorkommen. Entscheidend sind klinischer Befund und Beschwerden.

Wie lange dauert die Behandlung?
Die Beschwerden können sich über Wochen bis Monate zurückbilden. Chronische Verläufe benötigen häufig eine konsequente Kombination aus Belastungssteuerung und gezielter Therapie.

Wann ist Stosswelle sinnvoll?
Vor allem bei länger bestehenden Beschwerden, wenn Basismaßnahmen allein nicht ausreichend helfen, kann fokussierte ESWT eine sinnvolle Ergänzung sein.

Ist ACP für jeden Patienten geeignet?
Nein. ACP ist eine zusätzliche Option für ausgewählte chronische Verläufe und wird nach Untersuchung und individueller Indikationsstellung eingesetzt.